Sergey Lagodinsky zur aktuellen Lage: Die heutige moralische Pflicht ist militärisch

| Tata Gutmacher |
Sergey Lagodinsky hat sich auf Twitter zur deutschen Außenpolitik und insbesondere zur Politik des Kanzlers gegenüber der Ukraine geäußert. Er spricht von der Verschiebung des moralischen Schwerpunkts der Europäischen Union.

Sergey LAGODINSKY: Das ist eine Konfrontation mit unseren westlichen Werten

| Tata Gutmacher |
Sergey LAGODINSKY: Wir sind für ihn ein Hindernis auf dem Weg zu seinem Imperium. Das ist nicht mal ein Angriff von Russland auf die Ukraine, sondern das ist eine Konfrontation mit unseren westlichen Werten.

Weshalb die Serben Putin so lieben und was der Jugoslawien Krieg damit zu tun hat

| Tatiana Rybakova |
Warum stehen die Serben, die sich noch an die Bombardierung Jugoslawiens durch die Nato-Streitkräfte erinnern, heute nicht auf der Seite derer, die sich vor russischen Bomben verstecken? Erstens ist die Liebe der Serben zu Russland historisch bedingt. Den Serben zufolge kann nur Russland ihnen helfen, diese Region zurückzugewinnen.

Zum Tango gehören sieben, oder Wer soll den Transnistrien-Konflikt lösen?

| Ivan Sveatcenko |
Der Konflikt hat zu einer auffallend effektiven Verflechtung korrupter Geschäfte zwischen Chișinău und Tiraspol geführt. Der Status Transnistriens als nicht anerkanntem Staat und die Nähe zum Hafen von Odessa eröffnen viele Möglichkeiten für allerlei profitable Geschäfte. Dazu will Moskau sein Druckmittel, seinen militärischen Brückenkopf, die loyale russlandfreundliche Bevölkerung nicht verlieren.

Die Story der Wanderung von Rubljows Dreifaltigkeitsikone. Was ist daran falsch?

| Tata Gutmacher |
Die berühmte Dreifaltigkeitsikone von Andrei Rubljow wurde in ein Kloster gebracht. Warum so viele empörte Stimmen? Was ist daran falsch? Mehrere Experten helfen uns dabei, den Fall zu klären.

Das Geburtstrauma der russisch-orthodoxen Kirche

| Ksenia Luchenko |
Für europäische Zeitgenossen ist es schwer zu verstehen, warum das Oberhaupt einer großen christlichen Konfession den Militarismus unterstützt, den Krieg rechtfertigt und sich solidarisch mit dem Vorgehen eines autoritären Regimes zeigt. Das von Stalin erfundene Konzept einer russisch-orthodoxen Kirche als Verwaltungsstruktur fügt sich nahtlos in Putins autoritären Staat ein.

Gasan Gusejnov über den Krieg in der Ukraine: Unter Russland versteht man immer noch diese ehemalige Sowjetunion

| Tata Gutmacher |
Das Wichtigste liegt in der Sprache selbst. Die Sprache verbietet es, anders zu denken. Wenn Menschen in Deutschland, in Europa, in den Vereinigten Staaten heute “Russland” sagen, dann meinen sie sehr oft das alte russische Reich und die ehemalige Sowjetunion. Deswegen in der Sprache selbst sitzt ein Teufel, und dieser Teufel erlaubt es Russland oder der Russischen Föderation, das zu tun, was sie jetzt tut.

Heinrich Kirschbaum über den Krieg in der Ukraine: Nicht nur mit Geist dabei sein, sondern auch mit Körper

| Tata Gutmacher |
Ich habe gesehen, dass wir nicht mehr zwischen Expertise und Einsatz trennen können, zwischen Analyse und Betroffenheit, und dass wir Wissenschaftler den Luxus nicht haben, irgendwie aus Distanz von der Seite das Ganze zu beurteilen, zu bewerten, in einem Sessel sitzend, wie ich das auch jetzt tue. Nein, wir müssen stehen. Wir müssen mitlaufen bei Demonstrationen, bei Kundgebungen, fordern Botschaften, fordern vor allerlei Behörden. Nicht nur mit Geist dabei sein, sondern auch mit Körper.

Architektur für militante Staatsorthodoxie

| Ksenia Luchenko |
Der Kirchenbau ist zu einem Symbol für die letzten dreißig Jahre der sogenannten “kirchlichen Wiedergeburt” geworden, welche sich in den Jahren des postsowjetischen Übergangs der russischen Geschichte vollzog und der nun in ein so fatales Scheitern mündete: der Rückkehr des Totalitarismus und einem schrecklichen Krieg.

Krieg in der Ukraine (Interview mit Dr. Anneli Ute Gabanyi)

| Tata Gutmacher |
Moskau hat an den Rändern, an den strategisch relevanten Rändern der ehemaligen Sowjetunion, in Republiken wie die Republik Moldau, in Georgien, aber auch in Armenien und Aserbaidschan sogenannte Sprengkörper deponiert, die jederzeit, wenn Moskau mit einer Politik in den Hauptstädten, in den betreffenden Republiken nicht einverstanden war, diese Sprengkörper dann hochgehen und die Bomben sozusagen detonieren lassen könnte. In der Ukraine hat man diese Sprengkörper erst mit Lugansk und Donezk geschaffen.

Krieg in der Ukraine (Interview mit Dr. Heinemann-Grüder)

| Tata Gutmacher |
Dr. Andreas HEINEMANN-GRÜDER, Politikwissenschaftler (Universität Bonn) beantwortet Fragen zum Thema Krieg in der Ukraine.