Ksenia Luchenko

Ksenia Luchenko (Ксения Лученко) ist Journalistin, promovierte Philologin, ehemalige Leiterin der Abteilung für Theorie und Praxis der Medienkommunikation am Institut für Sozialwissenschaften der Russischen Akademie der Wissenschaften. Seit mehr als 15 Jahren schreibt sie für verschiedene unabhängige russische Medien über die Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und dem Staat, der Gesellschaft und der Kultur und leitet Medienprojekte über das religiöse Leben in Russland.
Illustration: Nadja Kuraeva

Das Geburtstrauma der russisch-orthodoxen Kirche

| Ksenia Luchenko |
Für europäische Zeitgenossen ist es schwer zu verstehen, warum das Oberhaupt einer großen christlichen Konfession den Militarismus unterstützt, den Krieg rechtfertigt und sich solidarisch mit dem Vorgehen eines autoritären Regimes zeigt. Das von Stalin erfundene Konzept einer russisch-orthodoxen Kirche als Verwaltungsstruktur fügt sich nahtlos in Putins autoritären Staat ein.

Architektur für militante Staatsorthodoxie

| Ksenia Luchenko |
Der Kirchenbau ist zu einem Symbol für die letzten dreißig Jahre der sogenannten “kirchlichen Wiedergeburt” geworden, welche sich in den Jahren des postsowjetischen Übergangs der russischen Geschichte vollzog und der nun in ein so fatales Scheitern mündete: der Rückkehr des Totalitarismus und einem schrecklichen Krieg.